Der 2. Wohnprojekte-Vernetzungstag konnte wegen der aktuellen Corona-Pandemie nicht am 31.10.2020 stattfinden und muss in 2021 abermals durch die Flutkatastrophe an der Ahr modifiziert werden. Wir bitten um Verständnis, dass wegen der aktuellen Notlage einiger unserer MitstreiterInnen, alternativ eine Veranstaltung im November innerhalb der Demografie-Woche (8.11.-15.11) per Video stattfinden kann:

am Samstag, den 13.11.2021 in der Zeit von 10:00 - 12:00 Uhr

Wir konnten Eva Stützel, die das Ökodorf "Sieben Linden" mit aufgebaut hat, dort Geschäftsführerin war, viele Wohnprojekte begleitete und Autorin des kürzlich erschienen Buches "Der Gemeinschaftskompas" ist zu einer Online-Veranstaltung mit dem folgenden Thema gewinnen:

Die Bedeutung von Strukturen in Wohnprojekten - wie hilft der Gemeinschaftskompass ?

Ein besonderes Kennzeichen gemeinschaftlicher Wohnprojekte ist die Selbstorganisation und Selbstverwaltung von der Planung bis zur Nutzung.

Eva Stützel beleuchtet in ihrem Buch „Der Gemeinschaftskompass“ die sozialen Prozesse in diesen Wohnformen, wie sie sich organisieren und welchen Einfluss die Strukturen auf das gemeinschaftliche Leben haben.

Gemeinhin streben gemeinschaftliche Wohnprojekte egalitäre Strukturen an, Hierarchien und Machtansprüche sind unerwünscht.

Dennoch bilden sich bestimmte Rangfolgen in der Gemeinschaft, die auf Funktionen, Aufgaben, Kompetenzen, Rollen (z.B. Gründer:innen oder Nachrücker:innen) der Mitglieder zurückgehen. Dies wiederum ist konfliktträchtig und kann die Gruppe lähmen. Deshalb ist es hilfreich Strukturen zu schaffen, in denen möglichst allen Gruppenmitgliedern Entscheidungskompetenzen eingeräumt werden ohne sich gegenseitig auszubremsen.

Am letzten Wohnprojekte-Vernetzungstag haben wir uns mit dem „systemischen Konsensieren“ als Methode der Entscheidungsfindung befasst, die im Gegensatz zur allgemein bekannten Mehrheitsentscheidung, die Bedenken und Widerstände der Beteiligten mit einbezieht und Lösungen favorisiert, die die wenigsten Widerstandspunkte vereinigt.

Das Organisationsmodell „Soziokratie“ geht noch weiter und wird in jüngster Zeit als besonders effizient und beteiligungsfördernd beschrieben. Mit der Organisation in Kreisen mit eigenem Entscheidungsrahmen sorgt es dafür, dass alle Mitglieder in ihrer Domäne Entscheidungsverantwortung haben. Eva Stützel wird es uns vorstellen.

Programmablauf: 10:00 - 12:00 Uhr

9:30 Uhr Teilnehmer:innen finden sich ein ,Technik-check

  • Ablauf:
    • Grußwort durch Christoph Beck, Neue Wohnformen, MASTD 5‘
    • Kurze Vorstellungsrunde der Teilnehmenden 10'
    • Einführung in den Gemeinschaftskompass 15'
    • Breakout-Rooms mit Fragestellung: Wenn Du Dir Dein Projekt mit der "Gemeinschaftskompass-Brille" anschaust, was läuft gut, wo gibt es Veränderungsbedarf? 15'
    • Vertiefung des Aspektes Struktur im Gemeinschaftskompass: Der Einfluss von Struktur auf das Gelingen des Projektes Input 15'
    • Fragen und Antworten dazu - offenes Gespräch 15'
    • Soziokratie als Organisationsmodell für Gemeinschaften Input 20'
    • Fragen und Antworten dazu 20'
    • Abschlussrunde 5´ 

Wir werden die Veranstaltung per Video aufnehmen und ggf. auf unserer Homepage veröffentlichen. Sollten Sie mit Ihrer Aufnahme nicht einverstanden sein, bitten wir Sie die Kamera/ bzw. Mikro auszustellen.

Bei Interesse können Sie sich bei Gisela Heimen unter mail: ghe@lag-gewo-rlp.de anmelden. Sie erhalten zeitnah einen Link.

 

 

 

 

 

 

verschoben auf unbestimmte Zeit:

Die LAG Gemeinschaftliches Wohnen RLP hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Wohnprojekte in Rheinland Pfalz besser zu vernetzen und so den Austausch und das Lernen voneinander zu verbessern. Deshalb veranstalten wir nun schon zum zweiten Mal den

2. Wohnprojekte-Vernetzungstag
am 31. Oktober 2020 im Mehrgenerationenhaus - Haus der Familie
Weststraße 6, Bad Neuenahr-Ahrweiler von 12 bis 17 Uhr

Ablauf:
12:00 - 13:00 Uhr: Vernetzung mit Moderation
12:00 - 13:30 Uhr: Mittagessen und Kontaktbörse
13:30 - 15 Uhr: Workshop zum Thema Hin zum WIR - Gruppenfindungsprozesse steuern
15:00 - 15:30 Uhr: Kaffeepause
15:30 - 17 Uhr: Fortsetzung Workshop zum Thema Hin zum WIR - Gruppenfindungsprozesse steuern

Es haben alle Projektgruppen die Möglichkeit, sich mit Plakaten oder der Auslage von Flyern zu präsentieren. Über regen Austausch in dieser Zeit freuen wir uns!

Hin zum WIR - Gruppenfindungsprozesse steuern

Wohnprojektinitiativen starten oft mit tollen Ideen und viel Elan. Die Vision von einem guten und schönen Wohnen und Leben in Gemeinschaft begeistert alle und erzeugt eine sehr positive Stimmung und gute Gefühle bei den Beteiligten.

Mit etwas Glück wird es dann irgendwann konkreter; das Projekt nimmt Fahrt auf und die Gruppe macht Ernst mit ihrem Vorhaben: Ein erster größerer finanzieller Beitrag ist zu leisten; ein verbindlicher Vertrag muss unterzeichnet werden; eine planerische oder konzeptionelle Grundsatzentscheidung ist fällig usw.
Gerade in solchen Situationen kommt es immer wieder vor, dass es in den Gruppen zu kriseln oder gar zu krachen beginnt. Bisher geschätzte MitwirkerInnen erweisen sich auf einmal als anstrengend oder schwierig; es gibt Missverständnisse und Konflikte; um Macht und Einfluss wird gerangelt; die unschuldige Harmonie der Anfangszeit ist dahin. Wie erklären wir uns das? Wie lässt sich das vermeiden?

Am liebsten wäre es uns natürlich, wenn sich die anderen, die schwierigen Mitglieder, doch bitte einfach ändern würden. Doch die Lebenserfahrung zeigt, dass uns dieser verständliche Wunsch nur selten erfüllt wird. Was können wir – als Gruppe – dennoch tun, damit wir uns langfristig in unserer Gemeinschaft wohl fühlen, damit wir konstruktiv/fair zusammenarbeiten und wertschätzend/respektvoll miteinander umgehen?

Damit wollen wir uns in diesem Workshop befassen:

- Was zeichnet überhaupt eine Gruppe oder Gemeinschaft aus?
- Lässt sich die sozial-kommunikative Entwicklung gezielt beeinflussen bzw. sogar steuern?
- Oder braucht es einfach nur eine gute Auswahl der richtigen/passenden Leute?
- Wie kann Gruppenfindung und Gemeinschaftsbildung funktionieren?
- Welche Rolle können Regeln und Grundsätze spielen?

Wie wirkt sich die Gestaltung von internen Abläufen, Strukturen, Verfahren und Umgangsformen aus?
Lohnt es sich an den individuellen Haltungen/Werten/Verhaltensweisen zu arbeiten?
Wir werden uns dem Thema ein bisschen theoretisch nähern, hauptsächlich aber mit Bezug zu eigenen Erfahrungen, mit konkreten Beispielen aus der Praxis und mit kleinen Übungen zu verschiedenen Instrumenten bzw. Methoden.

Wir freuen uns, dass wir als Referenten Manfred Eberle gewinnen konnten. Manfred Eberle ist Mitbegründer und Vorstandsmitglied der Wohnprojekte-Genossenschaft LAWOGE eG in Landau/Pfalz. Als selbständiger Trainer und Berater unterstützt er Einrichtungen, Unternehmen und Gemeinschaften bei der (Weiter-)Entwicklung einer werteorientierten Organisationskultur. Hier geht es zu seinem Eintrag im Wohnprojekte-Portal.

Anmeldung

Im Moment können Sie sich noch nicht anmelden, da wir die aktuellen Entwicklungen abwarten möchten. Empfänger*innen unseres Newsletters werden rechtzeitig über den Anmeldebeginn informiert.

Die Jahreshauptversammlung der LAG wird am gleichen Tag und am gleichen Ort stattfinden, und zwar von 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr. Eine Einladung der Mitglieder dazu wird rechtzeitig vor der Versammlung erfolgen.